Veredelung, Trocknung

Schnittholz kann durch verschiedene Verfahren veredelt werden und wird grundsätzlich immer nach dem Einschnitt in Stapellatten an der Luft getrocknet. Anschliessend wird es – je nach Verwendungszweck – weiter in technischen Trocknungsanlagen bis zur gewünschten Endfeuchte getrocknet.

Vom Wald in die Werkstatt
Es ist ein langer Weg, bis das geschlagene Holz verarbeitungsbereit ist. Bereits bei der Lagerung im Wald geht es darum, dass der Wassergehalt durch die richtige Schräglage der Stämme möglichst schnell abnimmt. Oft und je nach Verwendung werden unmittelbar nach dem Einschnitt die frischen Bretter in einer Dampfgrube oder Dampfkammer drei bis acht Tage lang gedämpft. Durch das Dämpfen werden einerseits Tiere, Eier, Larven und Pilze abgetötet und andererseits wird eine gleichmässigere Farbe von Kern- und Splintholz erzielt. Je nach Holzart und Stärke werden die frisch eingeschnittenen Bretter ein bis fünf und mehr Jahre lang schonend und windgeschützt an der Luft getrocknet. Für die anschliessende Trocknung bis zur handelsüblichen Endfeuchtigkeit von 8 – 10 % Holzfeuchte werden Trocknungsanlagen verschiedener Trocknungsverfahren eingesetzt.

 

Dämpfen

Gedämpftes Holz ist am Ende formstabiler und neigt weniger zur Rissbildung. Der Veredelungsprozess des Dämpfens wird in einer Dämpfkammer oder -grube durchgeführt.

Dämpfen
Durch das Dämpfen der Bretter verteilt sich die Farbe des Kernholzes gleichmässiger – zum Beispiel verfärbt sich der Splint beim Nussbaum und wird dunkler. Damit sich bei diesem Prozess das Holz nicht verzieht, liegen die Bretter direkt Pore an Pore übereinander. Ligninbestandteile, wie Gummi, Zucker oder Gerbstoffe werden mit Hilfe des Wasserdampfes zersetzt.

Eiche gedämpft
Bei der Eiche verteilt sich die Gerbsäure und die Bretter nehmen eine einheitlichere Farbe an. Die soliden Eigenschaften dieses Holzes werden durch den Dämpfvorgang optimiert und die farbliche Sättigung erhält einen schönen und stabilen Ton, der weniger lichtempfindlich ist.

Räuchern

Geräuchertes Holz – geeignet ist insbesondere die Eiche wegen ihres Gerbstoffgehaltes – erhält einen schönen braunen, bis dunkelbraunen oder schwarzen Farbton. Drüber hinaus wird das Holz geschmeidig und besonders widerstandsfähig.

Früher entstand diese alte Konservierungsmethode meist nebenbei – durch Räuchervorgänge in alten Bauernhäusern, in denen Mensch und Vieh unter einem Dach wohnten. Heute wird der erwünschte Prozess durch Begasung des Holzes mit Ammoniak erreicht. Resultat ist eine Räucherung, bei der die Holzbretter eine durch und durch einheitliche Farbe erhalten – die sogenannte Kernräucherung. Nach einem längeren Lüftungsprozess wird das Holz in unseren temperatur- und feuchtigkeitsregulierten Klimaboxen gelagert.

Trocknung

Ein Lagerbestand von über 4‘000 Kubikmetern luft- und kammergetrocknetem Holz bietet unseren holzverarbeitenden Kunden eine breite Auswahl an verarbeitungsbereiten und unterschiedlichst ausgeprägten Stämmen.

Lufttrocknung
Das handverlesene Schnittholz wird in unseren Holzlagern ein bis fünf und mehr Jahre lang schonend getrocknet. An unseren Lagerplätzen ist ein optimaler Wetterschutz mit ausreichendem Überstand und guter Durchlüftung entscheidend. Nicht jedes Holz hat die gleichen Ansprüche: Die hellen Hölzer lagern exponiert, meistens quer zur Windrichtung, die rissempfindliche Eiche hingegen benötigt einen windgeschützten Platz und zudem sehr viel Zeit.

Kammertrocknung
Zusätzlich stehen als technische Verfahren mehrere Umluft- und Vakuumkammern zur Verfügung, um das lufttrockene Holz auf die branchenübliche Anwendungsfeuchte von 8 - 10 % zu trocknen.